Steuergerechtigkeit-Justice fiscale! ATTAC %

Un autre monde est possible! Herzlich willkommen heisst sie die Steuerkommission von ATTAC Schweiz.

Unternehmen und Besteuerung I

Posted by romankuenzler sur novembre 13, 2007

Immer wenn wir zu erklären versuchen, dass auch Unternehmen ihre Steuern ans Gemeinwohl zahlen und nicht auf Steuerflucht oder Niedrigsteuerländer setzen sollten, hören wir immer wieder die gleichen (Gegen-)Argumente. Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, präzise auf verschiedene Aspekte einzugehen. Beginnen wir heute mit der Grundeinstellung der Unternehmen gegenüber Steuern: Sind Steuern nur einfache und zu minimierende Kosten?

In den 1990er Jahren, in einem Klima des immer aggressiveren weltweiten Wettbewerbs, hat sich tatsächlich unter Businessleuten die extremistische Sicht durchgesetzt, dass Steuern unnötige Kosten darstellen, die Kosten, die der Räuber Staat einem abzwacken will. Eine ganze Steuervermeidungsindustrie (sie nennen sich selber ‘Steueroptimierer’) hat in den letzten 20 Jahren hunderte von Milliarden an Gewinnen eingefahren, indem sie ihre internationale (lese von einem Steuerparadies ins nächste) Vernetzung den immer grösser werdenden Multinationalen zur Verfügung gestellt haben. Wir sprechen hier von Treuhänderfirmen wie Deloitte, PwC, Ernst&Young und KPMG, Steueranwälten und ganz wichtig, die Banken. Zusammen sind sie verantwortlich, dass jährlich über eine Billion Dollar am Fiskus vorbeigeschleust werden.

Nun, was sind denn nun Steuern für die Firmen?

Es sind keine Kosten. Steuern sind einfach eine Ausschüttung von Gewinnen. Sie gehören in die gleiche Kategorie wie die Dividenden. Denn auch Steuern sind nur eine Gegenleistung für was an der Firme Beteiligte/Interessierte (stakeholders) in den Erfolg des Unternehmens investiert haben.

Dies heisst nun natürlich, dass Firmen ihren Gewinn nicht nur alleine mit dem Kapital ihrer Investoren erwirtschaften. Sie (ge-)brauchen dazu auch die Gesellschaften, in denen sie tätig sind. Ob dies nun die phyische Infrastruktur ist, die vom Staat bereit gestellt wird, die Menschen, die der Staat ausgebildet hat oder die gesetzlichen Infrastrukturen, die es Unternehmen ermöglicht ihre Eigentumsrechte zu beschützen. Die Steuer stellt die Gegenleistung für alle diese Dienste dar, die der Staat und die Gesellschaft zum Erfolg des Unternehmens beigtragen haben.

Dieser Logik zufolge müssen die Steuern ausserdem DEM Staat gezahlt werden, in dem die Profite erwirtschaftet wurden. Es ist offensichtlich nicht in Ordnung, wenn man Strukturen in einem Staat gebraucht und die Steuern in einem anderen zahlt. So gehen hingegen den Entwicklungsländern 300 bis 500 Milliarden Dollar jährlich verloren (Entwicklungshilfe: 100 Milliarden!). Dies macht sie absurderweise zu Netto-Kapital-Exporteuren für die westliche, reiche Welt.

Ich habe nun bewusst innerhalb der wirtschaftlichen Logik argumentiert. Natürlich ist es auch Frage der Solidarität und des demokratischen Funktionierens einer Gesellschaft, dass jeder seinen Möglichkeiten nach etwas zum Funktionieren des Ganzen beiträgt. Wenn Eliten und grosse Unternehmen aus der Gesellschaft aussteigen, weil ihnen die Steuern als Kosten vorkommen, entziehen sie sich allen Mechanismen die das Zusammenleben möglich machen.

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